AZAV-Beiratsempfehlungen 2026: Neue Anforderungen an Standorte und digitale Maßnahmen
Die überarbeiteten Empfehlungen des Beirats nach §182 SGB III (Stand 17.06.2026) bringen wesentliche Präzisierungen – insbesondere zu Standorten, digitalen Lernformen und Qualitätsanforderungen. Bildungsträger und fachkundige Stellen müssen sich auf deutlich strengere Nachweis- und Strukturvorgaben einstellen.
Zusammenfassung der Änderungen
Mit der heutigen Veröffentlichung der aktualisierten Empfehlungen des Beirats nach §182 SGB III ergeben sich mehrere praxisrelevante Neuerungen für Träger und fachkundige Stellen:
1. Verschärfte Anforderungen an Standorte
- Standorte (inkl. temporäre und digitale Verwaltungsstandorte) müssen nachweislich der tatsächlichen Leistungserbringung dienen
- Verpflichtende Einbindung aller Standorte in das Managementsystem
- Aufnahme von Standorten erst bei konkret nachgewiesener Nutzung
- Entfernung nicht mehr genutzter Standorte aus dem Zertifikat
- Erweiterte Prüfpflichten der fachkundigen Stelle (physisch und digital)
2. Stärkere Berücksichtigung digitaler Maßnahmen
- IT, Hard- und Software sowie geeignete Lernumgebungen sind explizit Bestandteil der Anforderungen
- Digitale und hybride Maßnahmen werden klar abgegrenzt und müssen konzeptionell nachvollziehbar dargestellt werden
3. Präzisierte Anforderungen an Unterricht und Lernformen
- Klarstellung: Unterricht erfordert synchronen Austausch zwischen Teilnehmenden und Lehrkräften
- Reine Selbstlernphasen gelten nicht als Unterricht
- Ergänzende Vorgaben für Fernunterricht und digitale Konzepte
4. Erweiterte Qualitätsanforderungen
- Detailliertere Vorgaben zu Lernprozessen, Evaluation und Zielerreichung
- Höhere Anforderungen an Nachweisführung und Dokumentation
Gültigkeit:
Die neuen Empfehlungen gelten ab dem 17.06.2026 und sind auf alle Zulassungsverfahren anzuwenden, deren Antrag nach Veröffentlichung gestellt wird.
