DAkkS 2.0: Neuer Geschäftsführer und Reformagenda sollen Akkreditierung modernisieren
Zum 1. Juni 2026 wurde Dr. iur. Torben Frank zum Geschäftsführer der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) berufen. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Akkreditierungswesen.
Hintergrund
Die Berufung des neuen Geschäftsführers erfolgt in einer Phase umfassender Veränderungen des deutschen Akkreditierungssystems. Zuvor hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) Reformbedarf bei der DAkkS aufgezeigt und verschiedene Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Darauf aufbauend legte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im März 2026 Eckpunkte für eine Akkreditierungsstrategie und Reformagenda vor.
Zentrale Reformziele des BMWE
Die Reformagenda verfolgt das Ziel, die DAkkS zu einer modernen, effizienten und serviceorientierten Akkreditierungsstelle weiterzuentwickeln. Zu den wesentlichen Vorhaben gehören:
- Konsequente Digitalisierung der Verfahren vom Antrag bis zur Urkunde
- Verbesserung der Servicequalität und Kundenorientierung
- Überarbeitung und Vereinfachung des DAkkS-Regelwerks
- Förderung einer stärkeren europäischen Harmonisierung der Akkreditierungssysteme. Kein „Gold Plating“ mehr, also keine verschärften, erweiterten oder restriktiveren Auslegungen von Anforderungen
Fazit
Mit der geplanten „DAkkS 2.0“ soll das deutsche Akkreditierungssystem moderner, transparenter und wirtschaftsfreundlicher werden. Für Zertifizierungsstellen, Auditoren und Unternehmen dürften die kommenden Monate zeigen, wie schnell und konsequent die angekündigten Reformen umgesetzt werden.
Ob diese Reformen jedoch ausreichen werden, um die bereits eingeleitete Neuorientierung verschiedener Zertifizierungsgesellschaften weg von der DAkkS und hin zu anderen internationalen Akkreditierungsstellen – beispielsweise ANAB (ANSI National Accreditation Board) – zu bremsen oder sogar umzukehren, bleibt abzuwarten.
